Feldwert
Was Berlin durch das Tempelhofer Feld gewinnt und was es zu verlieren hat
Ein bevorstehendes Projekt von Generation iTrust
Überblick
Feldwert macht den Wert sichtbar, den das Tempelhofer Feld den Menschen und der Umwelt Berlins bietet. Diese Vorteile werden in Debatten über Stadtentwicklung nur selten berücksichtigt, weil ihnen bislang kein konkreter Wert zugeordnet wurde. Wir werten bestehende Forschung aus, übersetzen die sozialen und ökologischen Beiträge des Feldes mithilfe etablierter Bewertungsmethoden in Geldwerte und entwickeln eine einfache App, die zeigt, was verloren ginge, wenn Teile des Feldes bebaut würden. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürgern sowie politischen Entscheidungsträgern vor den Berliner Wahlen im September 2026 klare und vergleichbare Fakten bereitzustellen und der Bewegung zum Schutz des Feldes ein praktisches Werkzeug an die Hand zu geben.
Wir können vieles messen, doch das Feld ist mehr wert als die Summe seiner Teile.
Hintergrund
Das Tempelhofer Feld befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof und erstreckt sich über die Bezirke Neukölln und Tempelhof. Seit seiner Öffnung für die Öffentlichkeit im Jahr 2010 zieht das Feld tausende Berlinerinnen und Berliner sowie Besucherinnen und Besucher zum Radfahren, Skaten, Gärtnern, Picknicken und für gemeinsame Aktivitäten an. Es gehört zu den wenigen Orten der Stadt, die ein echtes Gefühl von Weite vermitteln. Mit mehr als 300 Hektar Freifläche zählt es zu den größten innerstädtischen Freiräumen der Welt. Seine Wiesen bieten geschützten Bodenbrütern wie Feldlerchen und Turmfalken sowie Wildbienen und Schmetterlingen einen wichtigen Lebensraum.
Das Feld ist zugleich ein eindrucksvolles Beispiel kommunaler Demokratie. Im Jahr 2014 plante der Berliner Senat eine Bebauung des Geländes. Die Bürgerbewegung 100 % Tempelhofer Feld sammelte mehr als 185.000 gültige Unterschriften und gewann den Volksentscheid. 64,3 % der Abstimmenden entschieden sich gegen jede Bebauung und für den Erhalt des Feldes in seiner bestehenden Form. Das Ergebnis wurde mit dem Tempelhofer Feld Gesetz (ThFG) rechtlich verbindlich.
Der Druck, das Feld zu verändern, hörte jedoch nicht auf. Im Jahr 2024 beschloss die CDU SPD Regierungskoalition, Möglichkeiten einer „behutsamen“ Bebauung an den Rändern des Feldes zu prüfen. Daraufhin startete der Senat einen zweistufigen internationalen Ideenwettbewerb, der 2025 mit sechs Siegerentwürfen abgeschlossen wurde. Nur zwei davon sehen eine Randbebauung vor. Die übrigen vier lassen das Feld vollständig offen und sprechen sich gegen eine Privatisierung aus. Die erneute Diskussion wird meist mit dem Wohnungsmangel in Berlin begründet. Gleichzeitig standen laut letzter Volkszählung mehr als 40.000 Wohnungen leer. Langfristigen Leerstand und die Zweckentfremdung von Wohnraum anzugehen ist langsamer und weniger sichtbar als auf Freiflächen zu bauen. Deshalb erscheint das Feld häufig als die einfachere Lösung.
Parallel zum Wettbewerb führte Berlin die zufällig besetzte Dialogwerkstatt zur Zukunft des Tempelhofer Feldes durch. Eine deutliche Mehrheit sprach sich gegen eine Bebauung aus und befürwortete stattdessen die Weiterentwicklung der bestehenden kulturellen, sportlichen und gemeinschaftlichen Nutzungen.
Der nächste entscheidende Zeitpunkt ist die Wahl am 20. September 2026, bei der die Berlinerinnen und Berliner das Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlungen wählen. Die Entscheidungen rund um diese Wahl werden die Zukunft des Feldes langfristig prägen.
Feldwert
Wenn für eine Bebauung argumentiert wird, lassen sich die Vorteile leicht beziffern: die Anzahl der Wohnungen, die Einnahmen oder die Quadratmeter. Die Vorteile eines offenen Tempelhofer Feldes sind ebenso real, wurden bisher jedoch kaum in Zahlen ausgedrückt. Feldwert möchte das ändern und den sozialen sowie ökologischen Wert des Tempelhofer Feldes in die Debatte einbringen, gemessen mit Kennzahlen, die politische Entscheidungsträger bereits verwenden.
Der innere Wert der Natur lässt sich niemals vollständig in Zahlen ausdrücken. Das behaupten wir auch nicht. Wir machen lediglich sichtbar, was das Feld den Berlinerinnen und Berlinern bereits heute bietet: Raum für Bewegung, Begegnung, Naturverbundenheit und Gemeinschaft.
Feldwert gibt der Bürgerbewegung ein Instrument an die Hand, um eine einseitige Debatte auszugleichen und die demokratische Entscheidung zum Erhalt des Feldes zu verteidigen.

Was wir entwickeln
Wir machen die Vorteile des Tempelhofer Feldes durch nachvollziehbare Daten und Fakten sichtbar, die Bürgerinnen und Bürger sowie politische Entscheidungsträger innerhalb weniger Sekunden erfassen können.
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Die Arbeit auf bestehender Forschung aufbauen. Wir prüfen bereits veröffentlichte Studien, Statistiken und Projekte zum Tempelhofer Feld und identifizieren die Kennzahlen, die seinen Wert am besten abbilden.
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Die Kennzahlen strukturieren. Wir ordnen sie sozialen Indikatoren wie Erholung, körperlichem und psychischem Wohlbefinden, Raum für menschliche Begegnungen und Gemeinschaft sowie ökologischen Indikatoren wie Hitze und Klimaanpassung, Luftqualität, Biodiversität und Wasser zu. Jeder Indikator wird mit den verfügbaren Daten zum Feld belegt.
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Werte in Zahlen übersetzen. Mithilfe von Full Cost Accounting, Methoden der Ökosystemleistungsbewertung sowie Daten aus glaubwürdigen Quellen wie Eurostat und der Europäischen Umweltagentur schätzen wir den monetären Wert jedes Indikators.
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Alternativen vergleichen. Wir stellen diese Werte den Ergebnissen alternativer Bebauungsvorschläge gegenüber, damit die Zielkonflikte transparent werden.
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Interaktiv machen. Wir entwickeln eine einfache und leicht zugängliche App mit Schiebereglern, die zeigt, welche sozialen und ökologischen Werte bei einer Bebauung verschiedener Teile des Feldes verloren gingen. Das Ziel ist ein Werkzeug, mit dem Entscheidungsträger innerhalb weniger Minuten eine fundierte Einschätzung treffen können.
Wo wir stehen
Wir befinden uns am Anfang des Projekts. Derzeit sammeln wir Forschungsergebnisse und definieren die Indikatoren. Parallel befindet sich ein benutzerfreundlicher MVP (Minimum Viable Product) der App in der frühen Entwicklungsphase. Unser Ziel ist es, die Ergebnisse rechtzeitig vor den Wahlen im September 2026 Bürgerinnen und Bürgern sowie politischen Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen.
Das Team
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Marc Leberecht – Konzept und Zusammenarbeit
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Sashank Kumar – Projektmanagement und Full Cost Accounting
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Andreas Lehner – App Entwicklung
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Daniel Moraes – Entwicklung der Webseite
Mitmachen
Dies ist ein offenes, gemeinschaftsgetragenes Projekt, das mit den Menschen wächst, die sich daran beteiligen. Schon bald starten wir eine Crowdfunding Kampagne, um das Projekt zu finanzieren. Jede Unterstützung, sei es durch eine Spende oder das Teilen in Ihrem Netzwerk, ist herzlich willkommen.
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Crowdfunding unterstützen - Startet in Kürze. [Link]. Bitte teilen Sie den Link in Ihrem Netzwerk.
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Mitwirken - Forschende, Datenexpertinnen und Datenexperten, Designerinnen und Designer, Mitarbeitende der Verwaltung, Umweltschützerinnen und Umweltschützer, Aktivistinnen und Aktivisten sowie alle, die sich für das Tempelhofer Feld engagieren möchten, sind herzlich willkommen. [Link oder E Mail]
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Kontakt aufnehmen - generation.itrust@gmail.com
Begleiten Sie uns dabei, wie das Werkzeug und die Bürgerbewegung Gestalt annehmen.
